Partnerschaftsarbeit mit dem Schulzentrum Kidugala

Partnerschaft der evangelisch lutherischen Prodekanate Nürnberg Süd/Ost mit dem Schulzentrum Kidugala (Tansania)

Geschichte:

1974 entstand auf Anregung von Frau Marga Kiesel eine Partnerschaft der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Langwasser mit der Bibelschule des Evangelisch-Lutherischen Schulzentrums Kidugala im Südwesten Tansanias. Als fast zwanzig Jahre später die Secundary-School (eine Art Gymnasium) mit in diese Partnerschaft aufgenommen werden sollte, wurde dieses Projekt für eine einzelne Gemeinde zu groß, so dass es auf das gesamte Prodekanat Nürnberg-Ost erweitert wurde. Dazu wurde auf beiden Seiten eine Partnerschaftsvereinbarung entworfen, die im September 1995 unterzeichnet wurde. Sie bildet die Basis des Miteinanders. Im Jahr 2000 schloss sich das neu gegründete Prodekanat Nürnberg-Süd der Partnerschaft an.

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Bildrechte elkb/mck

Interview mit Landesbischof Christian Kopp zum Jubiläum der Partnerschaft mit Kidguala

In diesem Jahr wird das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft zu dem Lutheran Seminary in Kidugala gefeiert! Wir haben den Anlass genutzt um Landesbischof Christian Kopp um ein kurzes Interview gebeten. 

AK-Partnerschaft: Sehr geehrter Herr Landesbischof Kopp, als Sie damals Dekan im Prodekanat Nürnberg Süd waren, haben Sie die Partnerschaft mit Kidugala intensiv mit begleitet. Was war Ihre Motivation, die Partnerschaftsarbeit zu unterstützen?

Landesbischof Christian Kopp: Christen und Christinnen leben überall auf der Erde. Es ist eine enorme Bereicherung zu spüren, dass wir verschieden aussehen, anders sprechen, auch oft anders denken, aber genau die gleiche frohe Botschaft von Gottes Liebe erleben und glauben.

AK-Partnerschaft: Was haben Sie als herausfordernd erlebt? Was als gut?

Landesbischof Christian Kopp: In so einer Partnerschaft, über viele tausend Kilometer weg, ist es natürlich immer nicht so einfach, den Kontakt lebendig zu halten. Ich habe die Besuche aus Tansania bei uns als unglaublich bereichernd erlebt und hoch interessant. Und natürlich die hoch engagierten Mitglieder des Partnerschafts-Arbeitskreises hier in Nürnberg. Toll, was die Menschen da leisten.

AK-Partnerschaft: Was wünschen Sie der Partnerschaft?

Landesbischof Christian Kopp: Viele Freunde und Freundinnen, ihr leistet einen Beitrag zum Frieden und zur Verständigung in der Welt.

AK-Partnerschaft: In Ihrem jetzigen Amt gibt es viele internationale Partnerschaften. Wie erleben Sie den Austausch?

Landesbischof Christian Kopp: Einfach toll – es tut so gut, auf Menschen zu treffen, die Du nicht kennst, die Dich aber schätzen und kennenlernen wollen. Und die für Dich beten. Wir sind weltweit eine riesengroße Gebetsgemeinschaft von Christinnen und Christen. Ein kleines Wunder jeden Tag.

Baum-Kidugala
Bildrechte Fotos::Daniel_Semeredi

50 Jahre Partnerschaft mit Kidugala / Tansania

Im Juni wurde anlässlich des 50jährigen Jubiläums ein Fest gefeiert. Im Gottesdienst stand im Mittelpunkt das Symbol eines Baums der Früchte trägt, nach Psalm 1. Einige Früchte unserer Partnerschaft waren Briefe aus Tansania, die verlesen wurden. Sie brachten den Dank für alle Unterstützung und Freundschaft zum Ausdruck: Für ein Stipendium am Bible College und an der Universität, den Austausch 2011, den Dank einer Lehrerin und Doktorandin für die Schule und für die Verbundenheit in Christus. Menschen, die die Partnerschaft lange begleitet haben, erzählten davon, wie sie der Kontakt mit den Partnern verändert hatte. Die Gottesdienstbesucher:innen schrieben gute Wünsche für die Partnerschaft auf Papierfrüchte, die im Oktober von der Delegation des Partnerschafts-ausschusses mit nach Kidugala mitgenommen werden. 

Apfel-Kidugala
Bildrechte Daniel Semeredi

Wir stellten fest, dass das Wichtigste an der Partnerschaft der persönliche Kontakt ist. Sei es durch Telefonate, Mails oder WhatsApp-Nachrichten und vor allem durch die Besuche.

Im Oktober wird eine fünfköpfige Delegation Kidugala besuchen und sich mit den Partnern z. B. über die Situation und Verantwortung der Kirche in Deutschland und Tansania und über den Klimawandel und seine Auswirkungen austauschen.

Für 2025 ist ein Jugendaustausch geplant. Die Jugendlichen bereiten sich schon jetzt auf diesen Austausch vor. 2026 sollen Jugendliche aus Tansania zu uns nach Nürnberg im Mittelpunkt kommen.
 

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Bildrechte B. Rath
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Besuch aus Kidugala 2023

Vom 22. Mai bis zum 16. Juni hatten wir Besuch von unserer Partnerschule in Kidugala, Herrn Dr. Wallace Lupenza, den Gesamtschulleiter und Frau Atusungushe Mwilongo, Lehrerin für Kisuaheli, Staatskunde und Ökonomie der Sekundärschule. Sie nahmen an einem vielseitigen Programm teil: Sie gestalteten die Pfingstgottesdienste in Laufamholz und Mögeldorf mit, informierten sich über die Situation von Geflüchteten in der Lutherkirche, besichtigten die Produktion der Firma Baumüller in Mögeldorf, nahmen mit den Partnern aus Nürnberg am Kirchentag teil, usw. 

Es war eine informative Zeit für unsere Partner und uns. 

Bericht über die momentane Situation des Schulzentrums in Kidugala

Durch die Covid 19 – Pandemie und den Krieg in der Ukraine hat sich die ökonomische Situation in Tansania verschlechtert. Alles verteuerte sich zwei- oder dreifach, was die Schule in Kidugala in eine wirtschaftliche Depression stürzte. Die Eltern von Schülern haben derzeit nicht genügend Geld, um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Deshalb hat sich in Kidugala die Anzahl der Schüler*innen verringert. Die Schule hat nicht genug Geld, um die Steuern und die Sozialversicherung zu bezahlen, was zur Folge hat, dass das Schulzentrum große Schulden macht. Die Gehälter aller Mitarbeiter mussten deshalb drastisch gekürzt werden. 

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Bildrechte Pastor Wallace Lupenza

Neue Schulbücher

Für unsere Partnerschule in Kidugala. Die tansanische Regierung hat für viele Schulfächer neue Schulbücher eingeführt. Die staatlichen Schulen erhalten diese Bücher kostenlos, kirchliche Schulen müssen diese selbst beschaffen. Die Eltern der Schüler sind nicht in der Lage für die Schulbücher auf zu kommen.

Ein Schulbuch kostet in Tansania zwischen 5,50 € und 7,50 €. Geplant ist die Anschaffung von einem Schulbuch für 9 Schüler. 

Bitte unterstützen Sie mit ihrer Spende die Anschaffung eines Schulbuchs  oder mehrerer Schulbücher.

Spenden Sie mit dem Vermerk „Schulbuch für Kidugala“ über Ihre Kirchengemeinde oder auf das 


Konto Gesamtkirchengemeinde Nürnberg 
IBAN: DE55 5206 0410 0001 5708 03 
BIC: GENODEF1EK1


 

Christliche Gemeinschaft

In unserer Partnerschaft sind wir als Christen in Jesu Geist verbunden. Wir sind als Brüder und Schwestern miteinander unterwegs.

Das findet seinen Ausdruck in Partnerschaftsgottesdiensten, die in Kidugala und hier in den Gemeinden der Prodekanate gefeiert werden. Wir beten füreinander und nehmen an den Freuden und Sorgen der Partner teil.

Es ist sehr wichtig in Kontakt zu bleiben, einander mitzuteilen was uns beschäftig. Dadurch lernen wir uns immer besser kennen. Mails und WhatsApp-Nachrichten erleichtern dabei die Kommunikation mit unseren Freunden in Kidugala. Sie ersetzen aber nicht die gegenseitigen Besuche und persönlichen Begegnungen. Denn diese ermöglichen ein intensiveres Gespräch und verbessern die gegenseitige Einschätzung. Dadurch erhält die  Partnerschaft ihr Gesicht.

So verbunden mit den Menschen in Kidugala dürfen wir immer wieder einen Blick über den Tellerrand werfen. Wir teilen unser Leben und können voneinander lernen. Wir arbeiten zusammen daran, den Bildungsauftrag der Kirche in dieser Welt wahrzunehmen. Die gemeinsamen Aufgaben stärken den Glauben und das Vertrauen in Gottes Güte.

Unser Wunsch im Partnerschaftsauschuss ist es, die Partnerschaft weiterhin lebendig zu gestalten und füreinander da zu sein. Die gegenseitige Fürbitte ist uns dabei Trost und Auftrag zugleich. Und wir erbitten Gottes Kraft und Segen.

Mungu, BWANA huwapa watu wake nguvu; Bwana awabariki watu wake kwa amani.

Gestaltung und Aufbau eines Online- und eines Computerraumes für Onlineschulung:
  • Bild 1: Renovieren des neuen Online Learning Raumes
  • Bild 2: der Einweihungsgottesdienst
  • Bild 3: die erste Onlinevorlesung mit Prof. Dr. Gerson aus Finnland
  • Bild 4: Online Computerplatz mit geschenkten Laptops aus Laufamholz
     
Renovierung der Schultoiletten
Partnerschaft mit unserer Partnerschule in Kidugala

Die kirchliche Partnerschaftsbewegung hat eine längere Geschichte, die seit den 1970er-Jahren in die gesamte Kirche ausstrahlte. Seit 1974 besteht unsere Partnerschaft mit dem Schulzentrum in Kidugala. Eine lange Zeit! Unsere Partnerschaft, gerade wenn sie im theologischen Sinn verstanden wird, hat immer mit Geben und Nehmen zu tun. Nie darf ein Partner nur geben und der andere nur empfangen, sondern Partnerschaft lebt von der wechselseitigen Verantwortung füreinander. 

Das gemeinsame Lernen in unserer Partnerschaft mit Kidugala soll sich darauf beziehen, die Lebensumstände und die Gesellschaft, die Kultur, die Sprache, die Art zu denken und zu leben des jeweils anderen kennenzulernen. Dazu gehört, auch den Glauben unserer Geschwistern in ihrer Kultur wahrzunehmen, zu verstehen und zu unserem eigenen Glauben in Beziehung zu setzen.  Wir dürfen uns  über unseren Glauben und das Leben austauschen und ihn miteinander teilen. In der interkulturellen Begegnung verändert sich der Blick auf das eigene Leben. Manches wird infrage gestellt, manches lernt man ganz neu schätzen.

Daher führt unser Lernen in der Partnerschaft nicht nur zu der Erkenntnis, dass im Zeitalter der Globalisierung das Leben bei uns und bei den Geschwistern miteinander verbunden oder gar voneinander abhängig ist. Es fordert auch die gemeinsame Suche danach, an welchen Punkten diese Einsicht den Lebensstil verändern muss, sowie danach, welche Kräfte das Leben hier und dort fördern oder beschädigen. Durch diese Partnerschaft gerät das Leben in Bewegung.

Wichtige Elemente einer Partnerschaft sind regelmäßige Begegnungen und zuverlässige Kommunikationsstrukturen. Deshalb haben wir zusammen mit Mission Eine Welt zwei Personen aus dem Schulzentrum Kidugala zum Kirchentag eingeladen. Damit haben wir die Chance einander besser kennen zu lernen, miteinander zu reden und einander besser zu verstehen.

Die persönliche Begegnung durch den Besuch des Schulleiters Wallace Lupenza und der Lehrerin Atusungushe Mwilongo hat beiden Seiten sehr gut getan. Wir konnten aus erster Hand Informationen über die derzeitige Lage des Schulzentrums in Kidugala erhalten und unsere Gäste haben viele Anregungen mit nach Hause genommen. Die Partnerschaft wurde durch den Besuch und die Gespräche gestärkt..

Das Schulzentrum:

Das Kidugala Lutheran Seminary besteht aus zwei Schulzweigen:
1. Der  Secondary School, auf der junge Menschen in vier Jahren die Mittlere Reife und in zwei weiteren Jahren das Abitur ablegen können. Hier studieren zurzeit 650 Schülerinnen und Schüler. An diesem Schulzweig arbeiten 54 Personen, dreißig davon sind Lehrkräfte.
2. Der Theologischen Abteilung (Bibelschule), an der Mitarbeiter/innen der Gemeinden in zwei Jahren zu Evangelisten (Hilfsgeistlichen) für die lutherischen Gemeinden ausgebildet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Evangelisten eine Weiterbildung als Pfarrer/Pfarrerinnen auf einer Art zweitem Bildungsweg erhalten. Diese Ausbildung der etwa 120 Männer und Frauen umfasst drei Unterrichtsjahre und ein Praxisjahr. Die Studierenden werden dabei von 21 Lehrkräften betreut.

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Bildrechte Pastor Wallace Lupenza

Der Partnerschaftsausschuss in Nürnberg:

Die Arbeit des Partnerschaftsausschusses wird  vom Arbeitskreis der Prodekanate getragen. Der Arbeitskreis besteht aus Menschen, die an entwicklungspolitischer und partnerschaftlicher Arbeit interessiert sind. Er trifft sich ca. 4mal im Jahr, um Projekte zu besprechen, Stipendien für Schüler*innen zu vergeben, die Reisen und ihre Programme zu organisieren, den jährlichen Partnerschaftsgottesdienst für die Gemeinden vorzubereiten oder Öffentlichkeitsarbeit zu gestalten. 

Sie haben Interesse daran mitzuarbeiten?

Dann wenden Sie sich an die Vorsitzende:
Barbara Rath, ak.partnerschaft.nbg@gmail.com

Die Partnerschaft der Prodekanate Nürnberg Ost und Süd mit dem Schulzentrum Kidugala  wird begleitet durch Mission Eine Welt in Neuendettelsau. MEW ist das Missionswerk  der Ev. Kirche in Bayern. Regelmäßig führt MEW Partnerschaftstreffen zu unterschiedlichen Themen durch und führt für die Partner die Geldtransfers durch.

Projekte:

Mehrfach wurden in der Vergangenheit Neubauten oder Reparaturen von Gebäuden durch Spenden unterstützt: Schlafräume für die Schüler, Unterrichtsräume, Speisesäle, Wohnhäuser der Lehrer, eine Maismühle, ein Kuhstall, der Bau einer großen Versammlungshalle. Derzeit wird an dem Fundament einer neuen Bibliothek gearbeitet.

Daneben gibt es Projekte, die die Infrastruktur fördern. Ein Wasserprojekt, welches sauberes Trinkwasser für das Schulzentrum und fünf anliegende Dörfer ermöglicht, wurde zusammen mit MissionEineWelt verwirklicht. In diesem Jahr wurde ein System zur Tröpfchenbewässerung der Felder fertiggestellt, das wertvolle Ressourcen schont und die Versorgung in Kidugala verbessert.

Außerdem unterstützen der Partnerschaftsausschuss regelmäßig Schüler mit Stipendien. Er hat auch die Möglichkeit Hilfsgüter nach Kidugala zu verschiffen, da er sich dankenswerter Weise den Container-Aktivisten der evangelischen Münchner Partnerschaft mit Tansania anschließen kann. Die verschickten Spenden reichen von Werkzeugen über Nähmaschinen, bis hin zu Schultafeln.

All diese Projekte, lassen uns noch enger mit unseren tansanischen Freunden zusammenrücken. Sie fördern eine intensive Kommunikation und stärken ein gleichberechtigtes Miteinander. So motivieren sie uns durch die Freude an der gemeinsamen Arbeit und tragen dazu bei, die Partnerschaft zu stabilisieren.

Wenn Sie die Partnerschaft mit Kidugala unterstützen möchten, können das durch eine Spenden auf folgendes Konto tun:

Konto Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürnberg 
IBAN: DE43 5206 0410 0005 003849 
BIC: GENODEF1EK1

Kennwort: Partnerschaft Kidugala

Unsere Mailadresse: ak.partnerschaft.nbg@gmail.com

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Bildrechte Kidugala-Team

Im Jahr 2024 hat der Partnerschaftskreis einen Flyer entwickelt, den Sie hier herunterladen können.