Taufe

Der Glaube muss etwas haben, woran er sich hält, worauf er steht und fußt. So hängt nun der Glaube am Wasser und glaubt, dass die Taufe etwas sei, worin lauter Leben und Seligkeit ist. Darum hat jeder Christ ein Leben lang an der Taufe zu lernen.

(Martin Luther)

 

Einige wichtige organisatorische Informationen

Die Anmeldung erfolgt über das Pfarramt: 

  • An welchem Sonntag soll die Taufe stattfinden?

  • Wer ist für Sie zuständig?

  • Wann und wo kann ein Taufgespräch zur Vorbereitung des Gottesdienstes stattfinden?

  • Haben Sie schon im Vorfeld der Taufe bestimmte Fragen?

 

Sie benötigen...
...die Geburtsurkunde des Täuflings; die Standesämter stellen bei Geburten in der Regel auch eine Bescheinigung ”für religiöse Zwecke” aus.
...einen oder mehrere Paten - allerdings nicht bei einer Erwachsenentaufe!
...einen biblischen Taufspruch (Tipp: Suchen Sie doch mal auf www.taufspruch.de)

Alle weiteren Angaben werden beim Taufgespräch in ein kirchliches Anmeldeformular eingetragen, das als Vorlage für die Ausstellung des Taufscheins dient. Der Datenschutz ist natürlich gewährleistet.
Den Taufschein können Sie dem Stammbuch beifügen.
Paten erhalten einen sog. Patenbrief für ihr Patenkind.

 

Pate oder Patin...
können alle getauften, bzw. konfirmierten, Mitglieder einer christlichen Kirche werden. Bei mehreren Patenschaften sollte mindestens eine evangelisch sein; das ist nicht nur eine kirchenrechtliche Notwendigkeit, sondern dient auch dem ökumenischen Dialog.
Das Sakrament der Taufe wird von allen Kirchen weltweit anerkannt; darum entfällt z.B. auch eine “Wiedertaufe” beim Übertritt in eine andere Konfession.
Eine Bestätigung, dass Sie zum Patenamt berechtigt sind, erhalten Sie bei dem für Sie zuständigen Pfarramt. Mit ihrer Konfirmation erhalten z.B. auch schon Jugendliche das Recht zur Übernahme einer Patenschaft.

 

Der Taufgottesdienst...
findet in unserer Gemeinde normalerweise im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst, ca. 11.00 Uhr, statt. Besonders schön lässt er sich auch als Familiengottesdienst gestalten, wenn zwei bis drei Familien sich zu einer Gottesdienstfeier zusammenschließen.
Darüber hinaus ist es auch möglich, sein Kind z.B. in der Osternacht, in einem sog. ‘Mini-Gottesdienst’ für die ganz Kleinen oder im Kindergottesdienst taufen zu lassen; sogar der reguläre Sonntagsgottesdienst bietet sich an.

Die musikalische Begleitung des Gottesdienstes durch einen Organisten kostet 25€.


Das Taufgespräch...
bietet Ihnen die Möglichkeit, sich ganz persönlich bei der Vorbereitung und Gestaltung der Taufe mit einzubringen und sich dabei auch seines eigenen Weges des Glaubens bewusst werden. Darum soll auch Zeit für das sein, ”was ich schon immer einmal sagen oder fragen wollte!“ 
Dass in zunehmenden Maße auch die Paten am Taufgespräch teilnehmen möchten, ist eine ganz positive, neuere Entwicklung, die zeigt: “Wir wollen ganz bewusst Verant-
wortung für Glaube übernehmen! Eure Familie ist uns nicht gleichgültig; wenn ihr uns braucht - wir sind für euch und euer Kind da! Damit Euer Kind später bei der Konfir-
mation mit 14 Jahren selber ganz bewusst ‘Ja!’ zu seinem Glauben sagen kann!”
Für die meisten Eltern ist es praktischer, wenn das Taufgespräch in ihrer Wohnung stattfindet; darum bieten wir als Pfarrerin, bzw. als Pfarrer gerne den Hausbesuch an. Selbstverständlich dürfen Eltern und Paten aber auch das Pfarramt aufsuchen und den Täufling im Kinderwagen mitbringen! Größere Geschwister müssen nicht zu Hause bleiben; für sie gibt es auch Bilderbücher zum Anschauen und eine Spielzeugkiste!

 

Symbole...
sind hilfreich für das Verständnis der Taufe.

  • Die brennende Osterkerze erinnert an Jesu Auferweckung von den Toten zu einem neuen Leben. Die Taufkerze wird - als “Lebenslicht” - an der Osterkerze entzündet, zum Zeichen, dass Christus das ”Licht der Welt” und das “Licht unseres Lebens” ist.

  • Das Wasser weist auf das Auf und Ab in unserem Leben hin. Es ist die Quelle allen Lebens und kann die “Wüsten unseres Lebens”; in “fruchtbare Oasen” verwandeln; es hat aber auch etwas Bedrohliches, wenn es zum vernichtenden, reißenden Strom wird. Weil Wasser das Symbol für Leben und Tod ist, tauchten die Täuflinge ganz ins Wasser ein. In den heißen Ländern der ersten Christen fühlten sich die Menschen hinterher “wie neugeboren”, weshalb die Taufe auch mit einer “Wiedergeburt” verglichen wurde.

  • Im Taufversprechen erklären Eltern, bzw. alleinerziehende Mütter oder Väter, sowie die Paten ihre Bereitschaft, das anvertraute Kind als Gabe Gottes anzunehmen, es beim Hineinwachsen in den Glauben, in die Gemeinde und in die weltweite Gemeinschaft der Christen zu begleiten - “ Ja, mit Gottes Hilfe!”

  • Zeichen des Kreuzes besiegelt Gottes seine Gnade für uns. Das wird auch in der Bewegung beim Segnen deutlich: Die Linie von oben nach unten symbolisiert die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch. Die waagrechte Linie steht für die Verbindung zwischen uns Menschen. Wo beide Bewegungen zusammentreffen und “sich kreuzen”, geschieht Versöhnung: Gott und Mensch sind “gut beisammen”!

 

Die Taufe - "Ja" zu einem Leben unter dem Segen Gottes

Nach Meinung der Heiligen Schrift sind Kinder eine Gabe des Herrn (Psalm127, 
Vers 3) und haben - wie jeder Mensch! - von Gott einen unverfügbaren Wert.
In der Liturgie des Taufgottesdienstes heißt es:

Ein kleines Kind in Händen zu halten, ist Grund genug, Gott dankbar zu sein. Wir dürfen das Wunder der Schöpfung neu spüren. Dieses Kind ist schon jetzt eine eigene, unverwechselbare Person. Auch wenn es noch ganz auf seine Eltern angewiesen ist, hat es Gaben und Begabungen, von denen wir noch gar nichts wissen.
Gott geht mit ihm seinen Weg. Dass wir dieses Kind und sein ganzes Leben Gott anvertrauen können, dafür sind wir dankbar.

In einem Brief zur religiösen Erziehung findet sich dazu ein Gebet:
Hier ist mein Kind.
Ich habe es mir nicht selbst gegeben.
Es ist Dein Kind,
Gott,
wie es mein Kind Ist.
Ich bin nicht nur Mutter oder Vater,
sondern auch Dein Treuhänder an ihm.
Ich weiß, dass es in allem,
was ihm widerfahren wird,
in Deiner Hand ist,
auch wenn sein Schicksal ihm Schweres bringt.

(aus: Peter Pelikan e.V.München, Briefe zur relgiösen Erziehung im Elternhaus,S.8f)

Der Segen, mit dem das Kind im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wird, lautet:
Der allmächtige Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der dich von neuem geboren hat
durch das Wasser und den Heiligen Geist
und dir alle deine Sünden vergibt,
der erhalte dich in der Gemeinde Jesu Christi
und stärke dich mit seiner Gnade zum ewigen Leben.
Friede sei mit dir!

Dieser Segen begleitet einen Menschen sein ganzes Leben lang, bis über die Grenze des Todes hinaus.

 

Unser Gesangbuch - Eine Fundgrube für Sie zum Thema "Taufe"!

Unter dem Motto “Antwort finden in alten und neuen Liedern, in Worten zum Nach-
denken und beten” können Sie Ihren ganz persönlichen Zugang zur Taufe finden und überdenken.

  • Sie finden unter den Nummern(!) 807-814 und 574-576 eine gelungene Auswahl ansprechender Lieder, in denen Sie - ebenso wie in Lob - und Dankliedern - für Sie wichtige Gedanken entdecken werden!

  • Auf den Seiten (!) 1383 - 1394 können Sie sich einen Überblick verschaffen, warum die Taufe - ob Kinder- oder Erwachsenentaufe! - ein Segen ist!