Aus der Gemeinde - Verabschiedung

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"Grüß Gott, liebe Gemeindemitglieder in Laufamholz und Rehhof!" 

So begann vor 16 Jahren der Gemeindebrief-Artikel, mit dem ich mich vorgestellt habe. Am 1. März 2010 habe ich meinen Dienst als Pfarrerin in Laufamholz begonnen. Wenn ich jetzt am 26. Juli 2026 verabschiedet werde, blicke ich auf fast 6.000 Tage zurück, in denen ich hier leben und wirken durfte.

Was war alles in dieser Zeit? Gottesdienste, Taufen, Beerdigungen, Trauungen, Gespräche, Besuche, Religionsunterricht, Konfi-Nachmittage, Freizeiten, Kirchenvorstandssitzungen, Geschichten im Kindergarten, Gesprächsabende, Dienstbesprechungen, Pfarrkonferenzen, Begegnungen mit dem Gemeindeverein, dem Vorstadtverein, St. Otto, im Jugendcafé, und noch vieles mehr. Ich kann gar nicht alles erfassen und aufzählen. Die Tage waren so reich gefüllt – manchmal wohl auch überfüllt – und immer wieder bereichernd. Es ist vor allem ein Staunen und eine tiefe Dankbarkeit, die ich spüre, wenn ich auf diese Zeit zurückblicke.

Gab es Highlights, die mir besonders in Erinnerung sind? Ja – reichlich! Es fällt mir schwer, Einzelnes herauszugreifen, weil ich anderes nicht zurücksetzen möchte. Zugleich lässt sich an einzelnen Beispielen oft besser erzählen, was wichtig war. Drei Dinge möchte ich herausgreifen:

Da war mein erster Kärwa-Umzug 2010. „Du gehst da mit!“ hatte meine damalige Kollegin gesagt, und mir ein T-Shirt der Evangelischen Jugend Laufamholz zum Überziehen in die Hand gedrückt. Es trug die Aufschrift: „Wir sind spontan.“ – Wer mich kennt, weiß, dass Spontanität nicht zu meinen größten Gaben gehört. Aber die Jahre in Laufamholz waren für mich eine Zeit, in der ich Neues ausprobieren und lernen durfte, in der ich in meinen Beruf und mein Amt hineingewachsen bin, in der ich Ungewohntes wagen und neue Ideen entwickeln konnte. Nicht alles ist gelungen. Vor dem Neuen musste Altes oft erst enden. Manches bleibt unvollendet. Und so vieles war einfach gut und schön und bereichernd. Es zeichnet diese Gemeinde aus, dass sie mir viel Raum gegeben hat und neue Wege mitgegangen ist.

Da war das Osterfest 2020 – das einzige Jahr während meiner Zeit, in dem wir wegen Corona keine Osternacht feiern konnten. Matthias Schubert und ich haben uns am Abend vorher (unerlaubt) getroffen, ein Feuer gemacht, die Osterkerzen entzündet und damit einen Ostergruß in unsere Gemeinden gesandt. Im Rückblick hat diese Zeit unsere Ökumene vertieft. Seitdem kommen wir nicht nur am Osterfeuer zusammen, sondern feiern die ganze Osternacht gemeinsam. Und aus dem ökumenischen Weihnachtsmobil ist die Holy Night in Rehhof hervorgegangen, die nach Corona weiterhin großen Zuspruch erfährt. Ich habe hier ein ökumenisches Miteinander kennengelernt, das Grenzen überwindet und das ich als große Bereicherung für mein geistliches Leben erlebt habe. 

Da war und ist der Altar der Heilig-Geist Kirche. Ich liebe den Blick auf den auferstandenen Christus in der Mitte. So viele Gottesdienste durfte ich hier feiern und mich und die Gemeinde in Freud und Leid unter die zum Segen erhobene Hand Christi stellen. In seine Hände lege ich jetzt alles, wofür ich dankbar bin, was gelungen und wertvoll ist und auch alles, was schwer war, was nicht gelungen ist, was ungelöst bleibt. ER war da, ER ist da und ER wird immer da sein. Vielleicht ist es dieses Beständige in allem Wandel, das sich mir am tiefsten im Herzen eingeprägt hat.

Was bewegt mich jetzt zum Abschied? – Auf der einen Seite freue ich mich und bin neugierig, einen neuen Schritt in meinem Leben zu wagen. Die Ausrichtung auf Jesus Christus wird für mich in der Communität Christusbruderschaft in Selbitz einen noch größeren Raum einnehmen. Auf der anderen Seite fällt es mir schwer, Abschied zu nehmen – nicht so sehr von den Aufgaben, vielmehr von den Menschen. In den vergangenen 16 Jahren sind viele Verbindungen gewachsen. Ich bin hier heimisch geworden und habe mich sehr wohl gefühlt. Es gibt so viele Menschen, die mich begleitet und unterstützt haben, mit Rat und Tat, mit Gebeten und guten Gedanken. Ihnen und Euch gilt mein tiefer Dank. Ich wünsche Ihnen und Euch, der ganzen Gemeinde, den Stadtteilen Laufamholz und Rehhof und der Region Evangelisch am Schmausenbuck Gottes Segen für die Zukunft. ER geht mit uns durch die Zeit und in IHM sind und bleiben wir verbunden.

Ade, liebe Gemeinde!
Ihre/Eure Pfarrerin Daniela Küster

Hinweis für die Verabschiedung: Da ich im Kloster in ein kleines Zimmer ziehe und die wenigen Umzugskartons schon voll sind, habe ich eine Bitte: Anstelle von Abschiedsgeschenken freue ich mich über Spenden für die Communität Christusbruderschaft Selbitz.

Kontoinhaber: Communität Christusbruderschaft Selbitz KdöR

Sparkasse Hochfranken 
IBAN: DE20 7805 0000 0430 1032 75 
BIC: BYLADEM1HOF