Schutzkonzept zu Prävention sexualisierter Gewalt

Schutzkonzept zu Prävention sexualisierter Gewalt in Kraft getreten – Jahr der Umsetzung beginnt

Zum 1. Januar 2026 trat in unserer Subregion „Evangelisch am Schmausenbuck“ ein umfassendes Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt in Kraft. Ein Jahr lang, also bis Ende 2026, wird es Schritt für Schritt umgesetzt und in unseren Strukturen verankert.

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Warum ein Schutzkonzept?

Die Kirchen in Deutschland – evangelisch wie katholisch – stehen vor der Aufgabe, sexualisierte Gewalt konsequent aufzuarbeiten und aktiv vorzubeugen. Bundesweite und bayernweite Regelungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) verpflichten alle Kirchengemeinden dazu, ein eigenes Schutzkonzept zu entwickeln und umzusetzen.

Die Ziele sind klar formuliert:

•    Vulnerable Gruppen schützen: Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Personen in belastenden Lebenssituationen benötigen besonderen Schutz.

•    Blinde Flecken erkennen: Strukturen, Traditionen oder Gewohnheiten, die unbeabsichtigt Risiken bergen, sollen identifiziert und verändert werden.

•    Aufarbeitung ernst nehmen: Gemeinden sollen Verantwortung übernehmen und Aufklärung voranbringen.

•    Handlungswege schaffen: Für Verdachtsfälle und Meldungen braucht es Transparenz, Klarheit und verbindliche Abläufe.

Das zentrale Handbuch der ELKB zu dem Thema findet sich online unter:

www.aktiv-gegen-missbrauch.de – eine sehr empfehlenswerte Informationsquelle.

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Wie wurde bei uns daran gearbeitet? – Die Arbeitsgruppe stellt sich vor

Ende 2023 gründeten die drei Kirchengemeinden in unserer Subregion eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Schutzkonzept. Seitdem trifft sich das Team etwa alle zwei Monate. Beteiligte sind sowohl Hauptamtliche als auch Ehrenamtliche aus allen drei Gemeinden.

Die Arbeitsgruppe…
•    sichtete die offiziellen Vorgaben der ELKB,

•    sammelte vorhandene Präventionsmaßnahmen,

•    prüfte Risiken in Räumen, Gruppen und Abläufen,

•    formulierte einen gemeinsamen Konzepttext

Die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg stärkt Vernetzung und Qualität und gewährleistet ein einheitliches Vorgehen in unserer Region.

Was bedeutet das nun für mich als Gemeindemitglied?

Viele Veränderungen betreffen vor allem Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben – also beispielsweise Mitarbeitende in der Konfi- und Jugendarbeit, im Kindergottesdienst, auf Freizeiten, Chören, Gruppenstunden oder mit besonderer Verantwortung.

Für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, gilt künftig verpflichtend:

  1. Basisschulung Prävention 3 stündiges Seminar zu Grundlagen der Prävention in Kirchengemeinden (gilt 5 Jahre, auch online möglich)
  2. Einsicht in das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis Kostenlose Beantragung mit Vorlage der Kirchengemeinde (gilt 5 Jahre) 
  3. Verpflichtung auf den Verhaltenskodex der ELKB Der Kodex benennt klare Grenzen und hat sowohl Zielgruppen als auch die Mitarbeitenden selbst im Blick.

Zur konkreten Umsetzung aller genannten Punkte bekommen sie weitere Informationen auf der Homepage oder im Pfarramt ihrer jeweiligen Kirchengemeinde. Außerdem werden wir im Laufe des Jahres noch ausführliche Informationen in weiteren Gemeindebriefen veröffentlichen.

Für die Gemeinden insgesamt bedeutet das:

Mehr Aufmerksamkeit, mehr Bewusstsein und ein klareres Miteinander. Ein „Sicherer Raum“ entsteht nicht durch Misstrauen, sondern durch eine offen gelebte Haltung von Respekt, Transparenz und Verantwortung.

Mehr Aufwand – aber für ein wichtiges Ziel Wir sind uns bewusst: Die neuen Vorgaben führen zu mehr Bürokratie, zu zusätzlichem organisatorischem Aufwand und manchmal auch zu Ungeduld – gerade im Ehrenamt, das auf Freiwilligkeit setzt und in der Freizeit stattfindet.

Doch der Grund dafür ist ein guter:
Es geht um den Schutz von Menschen, um Würde, Sicherheit und Vertrauen. Klar formuliert und strukturell verankert.

Prävention funktioniert nur, wenn sie in der ganzen Breite getragen wird: in der Gemeinde, im Kirchenvorstand, im Hauptamt, im Ehrenamt.

Je besser wir miteinander kommunizieren, je bewusster wir uns unserer Verantwortung sind, desto effektiver können wir verhindern, was niemand von uns erleben möchte. Gerade zum Beginn der Umsetzung unseres Konzeptes braucht es achtsame und geduldige Gespräche miteinander. Alle Beteiligten brauchen Zeit, um sich an den neuen Standard zu gewöhnen.

Wir laden Sie herzlich ein, das Schutzkonzept zu lesen und mit uns im Gespräch zu bleiben.

                                                                                                                                                           Bob Saeger

 

Hier können Sie das komplette Schutzkonzept der Gemeinden "Evangelisch am Schmausenbuck" einsehen:

 

 

sowie den Verhaltenskodex der ElKB:

 die Verhaltensregeln für den digitalen Raum:

 sowie den Verhaltenskodex für die evangelische Jugendarbeit: