„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14)
Liebe Gemeinde, was der Hebräerbrief beschreibt, ist für Pfarrerinnen und Pfarrer ein Teil ihrer beruflichen Identität. Wir bleiben nicht, sondern wechseln im Lauf unseres Berufslebens immer wieder den Wohnort, die Gemeinde, die Pfarrstelle. Das erinnert uns daran, dass wir als Christinnen und Christen immer auf der Suche und auf dem Weg sind. Wir suchen, an welche Orte und in welche Beziehung Gott uns ruft und wo er sich uns gegenwärtig erweist.
Dieses Suchen führt mich im Sommer an einen neuen Ort. Ich habe mich entschieden, in eine evangelische Ordensgemeinschaft einzutreten: Ich werde zur Communität Christusbruderschaft nach Selbitz gehen. Nach 16 Jahren als Pfarrerin an der Heilig-Geist Kirche werde ich mich von Laufamholz verabschieden. Sie dürfen schon jetzt den 26. Juli als Datum für die Verabschiedung einplanen. Genauere Informationen dazu erscheinen dann im nächsten Gemeindebrief.
Die Kirchengemeinde Heilig-Geist wird bleiben und ist zugleich ebenfalls auf der Suche nach Neuem. Veränderungen in der Landeskirche und im Gemeindeleben sind spürbar. Nachdem Pfarrerin Bleise-Donderer vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen ist, konnte die zweite Pfarrstelle nicht mehr besetzt werden, weil die Landeskirche Stellen reduzieren muss. Die Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden Mögeldorf und Zabo als Region „Evangelisch am Schmausenbuck“ wird sich weiter verstärken. Derzeit wird ein Konzept für einen gemeinsam verantworteten Konfirmanden-Kurs entwickelt und wir arbeiten daran, die Geschäftsführung für alle drei Gemeinden zusammenzuführen.
Unsere Landeskirche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Gebäude werden aufgegeben, Gemeinden zu größeren Pfarreien zusammengeführt. Es wird nicht mehr jede Gemeinde ihren eigenen Pfarrer oder ihre eigene Pfarrerin haben, sondern die hauptamtlichen Mitarbeitenden werden in größeren Teams arbeiten und für größere Regionen zuständig sein.
Laufamholz war bisher in der komfortablen Situation, dass beim Weggang eines Pfarrers oder einer Pfarrerin noch der Kollege/die Kollegin auf der anderen Stelle da war und Gemeindeleben gestalten konnte bis die freie Stelle neu besetzt wurde. Jetzt wird die Gemeinde ab dem Sommer eine Vakanz von mindestens sechs Monaten erleben. In dieser Zeit wird die Pfarrstelle ausgeschrieben und wir hoffen auf Bewerbungen, damit die Stelle wieder besetzt werden kann.
In der Zeit der Vakanz werden die wichtigsten pastoralen Aufgaben von den Pfarrerinnen und Pfarrern der Nachbargemeinden abgedeckt werden. Aber es wird keine Pfarrerin mehr vor Ort sein. So manches Angebot wird es in dieser Zeit nicht geben können. Und manches wird mit einem neuen Pfarrer oder einer neuen Pfarrerin neu und anders gestaltet werden.
Wenn ich auf die vergangenen 16 Jahre zurückblicke, sehe ich, wie sehr sich unsere Gemeinde verändert hat. Das ist normal und zeugt davon, wie lebendig diese Kirchengemeinde ist. Und zugleich sind Veränderungen im Gemeindeleben immer auch damit verbunden, dass wir Vertrautes und Liebgewonnenes vermissen, dass wir ein Stück von dem, was für uns Heimat ist, verlieren, dass wir Abschied nehmen müssen von manchen Bildern und Vorstellungen, die wir von Gemeinde haben.
Als Kirche haben wir eine reiche Tradition, um Abschiede zu gestalten und gemeinsam zu begehen und zu bewältigen. Bei jeder Beerdigung ist uns das selbstverständlich. Und im Gemeindeleben ist es genauso wichtig. Deshalb laden wir alle Gemeindemitglieder zu einer besonderen Gemeindeversammlung ein. Dort soll Raum sein für Trauer über das, was wir verabschieden müssen – und für die Fragen und Hoffnungen, die vor uns liegen. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Menschen aus unserer Gemeinde teilnehmen und sich einbringen.
Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst
Pfingstsonntag, 24. Mai 2026
11.00 – 12.00 Uhr in der Kirche
Der Kirchenvorstand ist sehr aktiv dabei, diesen Übergang zu gestalten und die nötigen wichtigen und wegweisenden Entscheidungen zu beraten und zu treffen. Bitte unterstützen Sie die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher bei diesen herausfordernden Aufgaben mit Ihren guten Gedanken und Ihrem Gebet. „Wir haben hier keine bleibende Stadt.“ – Das gilt auch für unsere Gemeinde. Aber wir suchen die zukünftige – im Vertrauen darauf, dass Gott uns auch auf neuen Wegen begleitet.
Pfarrerin Daniela Küster