Wie geht Gottesdienst?

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Eine Kirche ist dazu da, „dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir umgekehrt mit ihm reden durch unser Gebet und Lobgesang.“ – So hat es Martin Luther 1544 formuliert. Dieser Gedanke bestimmt bis heute, wie wir Gottesdienst verstehen. Gottesdienst ist ein Dialog zwischen der Gemeinde und Gott, zwischen Gott und der Gemeinde. 

Deshalb ist es wichtig, dass die Gemeinde im Gottesdienst nicht nur passiv zuhört, sondern immer wieder aktiv mitwirkt. Das Evangelische Gottesdienstbuch schlägt dazu u.a. vor: „Die Lesungen können mit einer feststehenden Wendung beschlossen werden, um die Beteiligung der Gemeinde zu erleichtern.“

Bekannt ist in unserer Gemeinde seit langem der Lobpreis, der auf die Lesung aus dem Evangelium folgt. Der Lektor/die Lektorin spricht: „Ehre sei dir, Herr.“ – Die Gemeinde antwortet: „Lob sei dir, Christus.“

Im Rahmen einer Fortbildung für Lektorinnen und Lektoren kam nun die Frage auf, was auf die Lesung folgen soll, wenn an einem Sonntag nicht aus dem Evangelium, sondern aus dem Alten Testament oder aus den Episteln, den Briefen des Neuen Testaments gelesen wird. Der Gottesdienstausschuss hat darüber beraten und verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Am Ende haben wir uns für eine Variante entschieden, die auch in der katholischen Kirche bekannt ist, um so auch die ökumenische Verbundenheit zu stärken. 
Am Ende einer alttestamentlichen Lesung oder einer Epistellesung spricht der Lektor/die Lektorin: „Worte der Heiligen Schrift.“ – Die Gemeinde antwortet: „Dank sei Gott, dem Herrn.“

Natürlich werden wir diese Praxis erst einüben müssen. Sie soll uns bewusst machen, dass in den Lesungen aus der Bibel Gott selbst zu uns spricht und wir sein Wort gerne hören und aufnehmen.

Für den Gottesdienstausschuss
Pfarrerin Daniela Küster